Geld, Essen, Körper, Macht - Was ein negatives Körperbild, Essstörungen und Geld-Themen verbindet

Wie eine Frau mir vor einigen Tagen sehr eindrücklich im Erstgespräch geschildert hat, gibt es bei einer Ess- oder Körperbildstörung keinen Raum für irgendetwas anderes. Lebensziele? Partnerschaft? Berufliche Wünsche? Finanzielle Ordnung? Alles zweitrangig; alles dem einen, zwanghaften Muster unterworfen.

 

Ess- und Körperbildstörungen gehen interessanterweise oft auch mit Geldthemen einher. Vor allem Frauen stellen im Coaching fest: bessere Beziehung zum Körper = mehr finanzielle Fülle und Flow.

 

Zwei weitere Frauen haben mir letzte Woche erzählt, dass die Beschäftigung mit ihrer Sexualität, Lust und Selbstwert fast magische Auswirkungen auf ihr Geldverhalten hatte...

 

Was genau haben Ess-Störungen und ein negatives Körperbild mit deinem Konto zu tun? 

Eine lebendige, lustvolle, satte Frau ist ein Geldmagnet

Warum? Bei allen drei Themen Geld, Essen und Körper geht's um Versorgung, „Treibstoff" und Selbstwert.

 

Wie und wofür du Geld verdienst und ausgibst (oder nicht), sagt viel über deine Werte und den Selbstwert aus. Wie viel Gewicht darfst du mit deiner Stimme, deinen Wünschen und Zielen auf dieser Erde haben? Wie viel Platz darfst du dir herausnehmen, wie voll darf dein Teller sein? Wirst du panisch, wenn mal Leere herrscht und musst dich sofort wieder ausfüllen? Bist du wertvoll, wenn du nicht klassisch "schön" bist? Oder auch: finden dich Andere gefährlich, wenn du "schön" bist?

 

 Ganz ähnlich, wie sich viele Frauen wechselweise überessen und aushungern, herrscht auch beim Geld häufig mal komplette Hungersnot oder großes Prassen. Beide Extreme haben damit zu tun, dass wir lernen, nicht ganz bei uns zu sein. Im Namen fremder Ideale überhören wir die lebenserhaltenden Signale unseres Körpers und unseren wahren Hunger. Nicht nur auf dem Teller. Auch und besonders im Bezug auf unsere finanzielle Versorgung und das, was wir verdienen.

 

Die Lebensreise einer Frau führt unvermeidlich an sehr, sehr verletzliche Stellen im Körperbild. Ich glaube, jede Frau hat zumindest einmal im Leben die Aufgabe, sich selbst zu krönen; sich selbst als schön, würdig und machtvoll auf ihren eigenen Thron zu setzen. Da gibt es aber einige Labyrinthe, in denen wir uns verlaufen können.

 

Ob obsessive Gedanken rund um Körper, Essen und Aus­sehen oder überwältigende Emotionen, Selbstverletzung, usw. ... im Prinzip sind sie alle hervorragende Warnsysteme, die zeigen, dass etwas Wichtiges fehlt und wir uns verlaufen haben.

Druck und Zwang: schlechte Berater beim Essen und beim Geld

Meine "Alarmglocke" kenne ich seit der Volksschulzeit (Bulimie, in den Varianten ohne Brechen). Es begann (wie so oft) mit einer Diät. Danach führten bestimmte Trigger dazu, dass all meine Energie plötzlich nur noch um dieses eine Thema kreiste: Ich MUSSTE besser aussehen, ich MUSSTE mein Gewicht und das Essen unter Kontrolle bekommen, sonst ging alles verloren.

 

Ich konnte an nichts anderes mehr denken als Essen: Wie ich es umgehen oder portionieren konnte, wann ich essen durfte und was ich tun würde, wenn ich dann doch die Kontrolle verloren und mich überessen hatte. Ich war felsenfest überzeugt davon, kein schönes Leben haben zu können, bevor ich nicht einem gewissen Ideal entsprach.

 

Es überrascht dich sicher nicht zu erfahren, dass vieles von dem, wofür ich mich jahrelang erfolglos abgequält habe, zu mir kam, als ich dieses Kämpfen gegen mich selbst sein ließ.

 

Vielleicht ist dein innerer Antreiber eine andere Variante von "Erst wenn ich (fülle dein Thema ein), dann kann ich ... meine Ideen präsentieren, den Traummenschen ansprechen, Sex genießen, spontan schwimmen gehen, gut verdienen, mich mal entspannen..."

 

Solche zwanghaften, panischen Gedanken sind wie die Warnleuchte im Auto, die angehen SOLL, wenn etwas nicht stimmt. Warnlampen sagen dir, dass du achtgeben oder auch aufhören sollst zu tun, was du gerade tust (nicht mehr davon machen). Ebenso sagen dir erniedrigende, entwertende oder zwanghafte Gedanken rund um Körper/Geld/Essen nicht, dass du sie glauben sollst, sondern dass es Zeit ist, innezuhalten oder die Strategie zu wechseln.

 

Es gibt einen zärtlichen, sanfteren Weg hinaus aus dieser Tortur.* Und nebenbei wirkt sich der Frieden mit deinem Körper, Essen und Aussehen sehr erfreulich auf ALLE anderen Bereiche deines Lebens aus. Auch dein Geld. Wenn das mal nicht motivierend ist?

 

Wenn du einen Quirks mit Geld, Wert, Essen oder Körperbild hast, lohnt er sich wirklich, mal ganz sanft und geduldig deine Aufmerksamkeit auf diese Themen zu legen.

 

Weiter unten findest du ein paar erste Ideen als Anregung.

 

Vielleicht magst du dich auch in einem geschützten Rahmen öffnen und dir erfahrene Hilfe holen.

1. Moodtracker

Was triggert ein schlechtes Körpergefühl oder Ess-Störungen bei dir?

Mangelnder Schlaf, zu wenig Bewegung, bestimmte Nahrungsmittel, bestimmte Menschen, Medien, belastende Erlebnisse oder Orte? Ich habe einfache Tracker in meinem BulletJournal verwendet, um die Zusammenhänge zu erkennen. Achja, meine Umsätze tracke ich auch... und ich sehe immer einen direkten Zusammenhang.

2. Sinnesfreuden

Das letzte was ich will, wenn ich mich in meiner Haut nicht wohl fühle ist, mich in meiner Haut wohlzufühlen. Aber genau das ist SO wichtig. Hab' mehr Spaß! Bringe deine Säfte zum Fließen - ALLE.

 

Das Perfide an einem schlechten Körperbild ist, dass es dich von genau dem abschneidet was du brauchst, um zu heilen: Deiner Sinnlichkeit. Ich habe nach einer sexuellen Störung in meinen frühen 20ern zum Beispiel mühsam lernen müssen, dass es mein gutes Recht und kein Betrug eines Partners ist, meine blühende Fantasie nur für mich einzusetzen. Das war übrigens auch in meinen Finanzen ein MEGA Faktor: mehr Spaß am Leben und vor allem an meinem Körper zu haben.

 

Du musst kein braves Mädchen sein, um Geld "verdient" zu haben. Du darfst es wollen, einfach weil es Spaß macht und sich gut anfühlt.

3. Zärtlichkeit

Ein negatives Bild von unserem Körper entsteht nicht einfach so. Wir sind vielleicht hungrig, gekränkt, enttäuscht oder desorientiert. Wenn ich wieder einen "Oagen" krieg, beschäftige ich mich mit den Wünschen und Nöten des kleinen Mädchens, das hinter diesen Zwängen kauert. Ich mache eine Übung, bei der ich mein Innerstes mit den 4 Nothelfern flute: Mitgefühl, Heilkraft, Harmonie und bedingungsloser Liebe.

 

Was sind deine Gedanken zu Frauen, Geld und Körper? Wenn du teilen magst, freu ich mich sehr über deine Tipps und Erfahrungen.

 

Alles Gute!
Susanna

 

Foto: Kati Bruder

* Speziell zu Bulimie/Binge-Eating kann ich empfehlen: bulimiahelp.org


Money Diary

Erkennst du das Hin und Her zwischen Hungern und Völlern in deinem Ess- oder Geldverhalten wieder?

Wie geht es dir mit dem Gedanken, voll und satt zu sein - sowohl finanziell als auch körperlich?

Wie viel Fokus legst du auf Willenskraft, Beschämung und Schuldgefühle? Wie viel Fokus legst du auf Sinnlichkeit, Genuss und Körperlichkeit? Wie wirkt sich das auf deine Finanzen aus?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0