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Erwache aus der Trance des Mangels

Was ist das nur?

 

Es gibt einen Moment, den viele meiner KlientInnen kennen: Sie haben etwas geschafft. Etwas richtig Tolles, das Mühe, Mut und Zeit gekostet hat — und der nächste Gedanke ist: „Okay, next!" „Das reicht noch nicht." „War nur Glück." „Andere sind trotzdem weiter."

 

Was ist diese Gewohnheit, die uns das Erreichte nie so richtig genießen lässt? Ein Selbstwertproblem? Ein Mindset-Thema? Eine Krankheit der Leistungsgesellschaft?

 

Ich weiß nur: Es ist eine Trance. Und Trancen funktionieren anders als Glaubenssätze.

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Deine Geld-Haltung ist deine Lebens-Haltung

In meiner Arbeit beachte ich fünf Säulen, auf denen deine Beziehung zu Geld ruht: Geld-Gedanken, Geld-Gefühle, Geld-Verhalten, Geld-Tonus (wie dein Körper auf Geldthemen reagiert) und Geld-Haltung.

 

Die Haltung ist dabei wie die Vermittlerin aller anderen Säulen. Denn deine Geld-Haltung ist im Wesentlichen deine Haltung zum Leben selbst: zu deinem Gefühl von Sicherheit, zu deinem Selbstwert, und dazu, wie du mit dem Wandel umgehst. Wer die Geld-Haltung stärkt, stärkt alle anderen mit.

 

Und genau in dieser Säule sitzt das Muster, das ich heute besprechen will: die Trance des Mangels.



Was ist eine Trance? (Und warum ist sie anders als ein Glaubenssatz?)

Ein Glaubenssatz taucht auf und verschwindet wieder. Man kann ihn bemerken, hinterfragen, umformulieren.

 

Eine Trance ist etwas anderes.

 

Eine Trance ist ein veränderter Bewusstseinszustand, der dich vollkommen einnimmt. Du kippst rein und verlierst für eine Weile dein Gefühl von Raum, Zeit — und dir selbst.

 

Das Wesen einer Trance ist, dass wir intensiv in etwas hineinschauen, bis es zu uns zurückschaut und uns verschluckt.

 

Positiv kennst du das als Flow. Flow ist eine Trance der Fülle, der Zeitlosigkeit, der Freude.

 

Die Trance des Mangels ist das Gegenteil: eine Welt, in der nichts (dich natürlich eingeschlossen!) jemals ausreicht. Sie ist wie ein hungriger Geist, der das Gute und Echte verschlingt und trotzdem nie satt wird. Egal wie viel Lob, Erfolge, Liebesbeweise, Lösungsvorschläge kommen — in der Mangeltrance verschwindet das Positive wie in einem schwarzen Loch und scheint das Gefühl von „nicht genug" sogar noch zu füttern.

 

Ein wichtiger Hinweis: Es gibt einen Unterschied zwischen der Trance des Mangels und dem, was ich den Heiligen Hunger nenne. Der Heilige Hunger ist das Streben nach „Mehr", das mit Freude und Erfüllung einhergeht. Er treibt an, ohne zu erschöpfen. Die Mangeltrance hingegen nimmt, ohne je zu geben.



3 Zeichen, dass du gerade in der Trance steckst

1. Du machst es dir komplizierter als nötig

 

Richard* (alle Namen geändert) träumte seit Jahren von einer bestimmten Fortbildung. Das Geld fehlte. Dann bekam er Geld geschenkt und war trotzdem schaumgebremst. „Das war zu leicht", sagte die Trance. „Ich hätte es mir selbst erarbeiten müssen. So ist es ja geschummelt."

 

Miriam* hat ein wirklich geniales Mini-Produkt entwickelt. Mehrere Klientinnen haben es getestet und damit echte Ergebnisse erzielt. Miriam hat aber nichts dafür verlangt. Auf meine Frage, warum: „Na ja... das Produkt erschien mir zu klein. Und außerdem fällt es mir leicht und macht mir Freude. Darf man dafür Geld nehmen?"

 

Die Trance des Mangels hat folgende Logik: Je mehr Mühsal, desto mehr Wert. Leichtigkeit: verdächtig. Freude: nettes gratis Add-On — aber zu viel davon ist ebenfalls verdächtig.

 

 

2. Du feierst dich nicht

 

In dir gibt es einen Teil, der unter Dauerstrom steht. Er sehnt sich nach Ankommen, nach Flow, nach Leichtigkeit. Genau dieser Teil kippt besonders leicht in die Trance des Mangels. Wieso? Weil sie etwas sehr Verlockendes verspricht: Absicherung. Trost. Entspannung. Und einen Deal:

 

„Nur noch diese eine Sache, dann darfst du entspannen. Versprochen."

 

Aber nach dieser Sache kommt die nächste. Und die nächste. Die ersehnte Entspannung bleibt immer in Sichtweite — und immer unerreicht.

 

Feste fallen nicht vom Himmel! Unsere Gesellschaft hat beschlossen, dass es Geburtstage, Jahreskreisfeste, Jubiläen gibt. In der Natur wäre das ein Tag wie jeder andere. Genau deshalb redet dir der Mangel ein, dass es nichts zu feiern gibt. Dass du noch nicht weit genug bist.

 

Ein Beispiel? Die Autorin dieses Artikels. 🫠 Sie hat ihr 5-Jahres-Jubiläum in der Selbstständigkeit nicht gefeiert. Und das 10-jährige auch nicht. „Was sind schon 10 Jahre, du bist nicht weit genug!" — so sprach die Trance. Nächstes Jahr werde ich 15 Jahre Selbstständigkeit feiern - denn in Wirklichkeit gibt es so viel zu zelebrieren!

 

Dich zu feiern kann so einfach beginnen wie: „Wofür möchte ich meinem früheren Selbst danke sagen?" Du hast nämlich eine Menge richtig gemacht. Du verdienst ein Fest!

 

Feste und Rituale sind ein Ankerseil für die seelische Gesundheit. Sie stärken Selbstwert, Wertschätzung, Identität. Innehalten und feiern ist die Wahrnehmung von Fülle in deinem Leben. Genau das, was den Mangel auflöst. Und genau deshalb fährt sie alle Tricks aus, um dich von festlicher Stimmung fernzuhalten — je mehr es zu feiern gäbe, desto lauter schreit der Mangel. Durchschaust du es?

 

3. Du „selbstest" — und es kostet dich deine Lebendigkeit

 

„Selbsten" (im Englischen noch schöner: Selfing) ist die stress-erzeugende Gewohnheit, jeden Moment zu einer Geschichte zu machen, die sich um dein Selbst dreht:

 

Ist er mir böse? Keiner wird mich mögen, wenn ich nicht perfekt bin! Ich kann nicht entspannen, bis das geklärt ist.

 

In der Trance des Mangels bist du permanent in der Selbstüberprüfung. Es klingt nach Nabelschau, ist aber in Wirklichkeit reiner Überlebenskampf. Dein Körper kann diese Gedanken nicht von echter Gefahr unterscheiden. Er schüttet Stresshormone aus: wieder und wieder. Aber es kommt nie zur Entspannung. Denn der Auslöser der „Gefahr" ist der Geschichtenerzähler in deinem eigenen Kopf.

 

Die Trance des Mangels hat also sehr reelle Auswirkungen auf deine Körperchemie und dein Verhalten. Und damit auch auf dein Konto und deine Beziehung zu Geld.



Wie erwacht man daraus?

Manchmal buchen wir in unserer Not bei Menschen, die selbst in der Trance des Mangels stehen (ich hab's jedenfalls getan). Weil sie selbst Angst haben, nicht genug zu sein, hetzen und drängen sie. Zum Beispiel, wenn du keine raschen Fortschritte machst oder nicht jede Session ein WOW-Erlebnis ist.

 

Was fehlt, ist genau das, was echte Durchbrüche erst möglich macht: Ein Gespür für dein echtes Timing und deinen inneren Antrieb. Was ich mit meinen Klientinnen aufbaue, kommt aus dieser Haltung:

 

 

Pay yourself first. Du bist der Ehrengast in deinem eigenen finanziellen Leben. Das erste Stück vom Kuchen — nicht das größte, aber das erste — gehört dir. Ein Töpfemodell, das das automatisch umsetzt, macht finanzielle Selbstfürsorge zur Routine (auch an Tagen, wo du an dir zweifelst). Das Schöne daran: Du musst noch nicht mal dran glauben, dass du völlig okay bist, damit es funktioniert.

 

Finanziell feiern. Mit Freude regelmäßig Geld auszugeben bekommt einen fixen Platz in deiner Money Routine. Richtig gelesen! Denn du kannst dich nicht gesund kasteien. Ich habe Coachees, die ihre Shopping-Attacken erst beendet haben, als sie gelernt haben, Geld absichtlich und mit Freude auszugeben. Sie dachten, sie gönnen sich dauernd — aber in Wirklichkeit war ihr Verhalten von Scham und Schuldgefühlen getrieben. Das ändern wir durch echtes Feiern.

 

Preise, die deinen Wert widerspiegeln — nicht deine Angst. Das Unbehagen, das du bei deinem Preisthema empfindest, hat einerseits mit fehlender Bepreisungs-Kompetenz zu tun. Der Clou ist aber oft, dass du deine Preise im Zustand des Mangels entwirfst und kommunizierst.

 

Echte Pausen. Wir haben permanente Produktivität ans Überleben gekoppelt. Du musst lernen, durch alle Jahreszeiten deines Geld&Wert-Kreises zu gehen — ja, auch durch Herbst und Winter: Ernte, Erholung, Brache. Dein Feld muss sich regenerieren können. Du denkst vielleicht, wenn du zur Ruhe kommst, kommst du nie wieder in die Gänge. Aber das ist die größte Lüge.

 

Embodiment, jetzt. Die Trance des Mangels sagt: Fülle kommt erst, wenn ... Wenn du genug verdienst. Wenn du bekannt genug bist.

 

Deshalb bringe ich meine Coachees gleich in der allerersten Sitzung in ihr Wohlstandsgefühl. Ohne Kompromisse, genau an dem Punkt, wo sie in ihrem Leben gerade stehen. Sie sagen mir immer wieder: „Ich kann das JETZT fühlen!"

 

Du denkst vielleicht, wenn du Fülle JETZT bist (also ganz verkörperst), dann fehlt dir dein Biss. Die Wahrheit ist: Genau dann geht's erst so richtig los! Der Trick ist also nicht, auf etwas hinzuarbeiten, das vielleicht erst in 10 Jahren erreicht ist. Der Trick ist, Fülle jetzt zu spüren, zu sein. Und von dort aus langfristig zu handeln.



Bereit, aus der Trance aufzuwachen?

Aus dem Mangel erwacht man nicht durch Willenskraft. Man erwacht, weil irgendwas einen wachrüttelt. Oder weil man es ehrlich müde ist. Wenn du das bemerkst (oder ahnst), dann weißt du selbst am besten, ob jetzt dein Erwachen gekommen ist.

 

Du kennst dich. Du weißt, was du willst (meistens zumindest 😉). Und du weißt auch: manche Geld-Themen brauchen ein Gegenüber, das mitdenkt, dich herausfordert und hält.

 

Genau das ist das Einzelcoaching mit mir: Ich arbeite nahbar und auf Augenhöhe mit dir. Und achte auf eine sinnvolle Abfolge für dauerhafte Erleichterung in deinem Denken, Sprechen und Handeln mit Geld.

 

→ Hier erfährst du mehr über Geld&Wert Coaching und kannst dein Kennenlerngespräch für rasche Klarheit buchen.

 

Ich wünsche dir gute Arbeit und gutes Geld!

Susanna



Über die Autorin

Susanna Kubarth arbeitet seit 10 Jahren als Business-Mentorin und ist zertifizierte Expertin für Geld-Trauma. Sie begleitet Kreative und Selbstständige und zeigt ihnen, wie sie mit ihrer guten Arbeit gutes Geld verdienen, ohne ihre Seele zu verkaufen. Dabei verbindet sie unternehmerisches Denken mit den Herausforderungen kreativer Arbeit. Hier schreibt sie über Geld und Selbstwert in der Selbstständigkeit.

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